Quantentechnologien für die Entwicklung der Menschheit

Wer sich seit vielen Jahren mit der Entwicklung des Internets beschäftigt, entwickelt ein Gespür dafür, wann etwas Großes beginnt.

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als das Internet für viele ein interessantes Experiment war. Manche hielten es für eine technische Spielerei, andere für ein Medium für Wissenschaftler und Computerbegeisterte. Kaum jemand konnte sich damals vorstellen, wie selbstverständlich digitale Kommunikation, Cloud-Dienste oder künstliche Intelligenz einmal zu unserem Alltag gehören würden.

Rückblickend wirkt vieles davon fast zwangsläufig. Damals war es das nicht.

Genau deshalb horche ich auf, wenn sich heute ein neues Technologiefeld entwickelt und sich bestimmte Muster wiederholen.

Vor einigen Monaten durfte ich auf einer Veranstaltung der Vereinten Nationen in Genf über genau ein solches Technologiefeld sprechen: Quantentechnologien. Im Mittelpunkt stand dabei weniger die Frage, was technisch schon möglich ist, spannender fand ich eine andere: Was passiert, wenn diese Technologien eines Tages genauso selbstverständlich werden wie das Internet?

Wenn heute von Quantentechnologien die Rede ist, denken die meisten zuerst an Quantencomputer. Das ist verständlich. Aber das eigentliche Bild ist größer.

Es geht um neue Möglichkeiten der Kommunikation, der Sensorik, der Sicherheit und um Entwicklungen, die heute noch unscheinbar wirken, deren Bedeutung wir aber möglicherweise erst im Rückblick wirklich erkennen werden. Genau das erinnert mich an die frühen Jahre des Internets. Auch damals ging es zunächst um Technik. Erst später wurde klar, dass sich in Wirklichkeit unsere Art zu kommunizieren, zu arbeiten und zusammenzuleben veränderte.

Ob sich diese Geschichte wiederholt, weiß heute niemand.

Aber vielleicht ist genau das der spannendste Teil.

Noch ist vieles offen. Gerade deshalb können wir diese Entwicklung mitgestalten. Nicht erst dann, wenn alles entschieden ist, sondern jetzt solange noch diskutiert wird, welche Richtung wir einschlagen wollen und welchen Nutzen diese Technologien für unsere Gesellschaft entfalten können.

Mit genau diesem Gedanken bin ich aus Genf zurückgekehrt.

Aus dem Vortrag ist anschließend das Paper Quantum Technology for the Development of Humanity entstanden. Es greift viele der Fragen auf, die wir dort diskutiert haben, und ordnet sie aus technologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive ein. Wenn Sie das Thema interessiert, lade ich Sie herzlich ein, einen Blick hineinzuwerfen.