Harald A. Summa + Internet Society

Mein Engagement für die Internet Society und warum es auch ohne Amt geht

Offen. Robust. Zuverlässig. Vertrauenswürdig. So wünsche ich mir das Internet. Ich nehme an, die meisten Internetnutzer wünschen sich das auch. Ich nehme auch an, dass meisten derjenigen, die für das Internet verantwortlich sind, sich das ebenfalls wünschen (zumindest, was die letzten drei Attribute angeht). Aber vom Wünschen allein kommt nichts. Das gilt auch für das Internet: Wer eine gute, digitale Zukunft will, sollte schon selbst etwas dafür tun. 

Das Gute am Internet ist, jeder kann mitmachen. Das Internet gehört niemandem oder besser gesagt, es gehört uns allen. Wer etwas verändern will, braucht keine Legitimation, muss in keine Partei eintreten, braucht nicht einmal ein Kreuz auf einem Wahlschein machen. Das Internet ist eine Veranstaltung, bei der alle eingeladen sind. 

Zumindest in der Theorie.

In der Praxis verhält es sich ein bisschen anders. Das Internet würde nicht funktionieren, wenn es keine Regeln gäbe. Damit Daten von A nach B reisen können, braucht es Standards. Und wo es Standards braucht, braucht es Menschen, die diese Standards setzen. Es braucht ein Gremium. 

Das Internet am Laufen zu halten und weiter zu entwickeln, ist eine Aufgaben, die auf sehr viele Köpfe verteilt ist. Wir haben nicht nur ein, wir haben viele Gremien. Wir haben den Multi-Stakeholder-Ansatz. An der Entstehung einiger Gremien habe ich als Gründungsmitglied und Hauptgeschäftsführer von eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. selbst aktiv mitgewirkt, andere haben wir beraten. 

Was macht die Internet Society? 

In eines bin ich vor wenigen Tagen neu gewählt worden: Gemeinsam mit Chris Wilson von Amazon und Chris Hemmerlein von Facebook bin ich nun Co-Chair im Advisory Council der Internet Society.

Die Internet Society unterstützt und promotet die Entwicklung des Internets als globale, technische Infrastruktur, eine Ressource, die das Leben der Menschen bereichern soll und das Gute in der Gesellschaft stärken soll.

Die Arbeit der Internet Society richtet sich an dem Ziel aus, dass das Internet offen, global vernetzt, sicher und vertrauenswürdig sein soll. 

Im Fokus stehen: 

  • Das Schaffen und Unterstützen von Communitys, die das Internet am Laufen halten;
  • Die Entwicklung und Anwendung fördern, die der Internet-Infrastruktur, Technologien und offenen Standards nutzen;
  • Der Einsatz für Rahmenbedingungen, die zur Sichtweise der Internet Society passen.

Es ist eine große Ehre, dass ich gemeinsam mit anderen erfahrenen Führungskräften der globalen Internetwirtschaft ausgewählt wurde und ich freue mich darauf, den Vorstand und die Internet Society mit meiner Erfahrung zu unterstützen. 

Leidenschaft, Ausdauer, Spaß an der Reise – und die sieben Kompetenzen, über die ich in meinem Buch schreibe

Und ich möchte, wie eingangs gesagt, daran erinnern, dass das Internet für alle da ist. Das war vor 25 Jahren so, als wir mit eco und DE-CIX die ersten Schritte gingen und niemand wissen konnte, wo das einmal alles hinführen wollte oder dass eco einmal mit weit über tausend Mitgliedern einer der größten Verbände seiner Art werden sollte, während DE-CIX zu einem der wichtigsten Internetknoten überhaupt wuchs. 

Und das ist auch heute noch so. Wer die Dynamik versteht, mit der wir die Digitalisierung vorantreiben weiß: Die Entwicklung war nie so schnell wie heute – und wird gleichzeitig nie wieder so langsam sein wie heute. Wir sind in 25 Jahren einen weiten Weg gegangen, aber der Weg, der noch vor uns liegt, ist noch viel weiter. 

Es gibt noch jede Menge Chance für engagierte Köpfe. Wer darüber mitentscheiden will, wohin der Weg führt, muss nicht Vorstand eines Gremiums sein. Viel wichtiger sind Leidenschaft, Ausdauer, Spaß an der Reise – und nicht zu vergessen, die sieben Kompetenzen, über die ich in meinem neuen Buch „Im Digitalen Ökosystem“ schreibe. 

Foto © metamorworks | istockphoto.com

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