Harald A. Summa + Ethikrat

Warum engagiere ich mich in Hessens „Rat für Digitalethik“?

Die Hessische Landesregierung und ihr Ministerpräsident Volker Bouffier haben einen „Rat für Digitalethik“ ins Leben gerufen – und ich habe den Ruf erhalten, diesem Rat anzugehören. Diesem Ruf bin ich gefolgt.

Nachdem wir, insgesamt 17 Köpfe, uns erstmalig getroffen haben, kann ich sagen: Es ist mir nicht nur eine Ehre, Teil dieser Runde sein zu dürfen. Ich glaube sogar, dass wir etwas bewegen können.

Obwohl Ministerpräsident Bouffier bei unseren Treffen dabei ist, ist es ihm wichtig, dass wir uns unabhängig von politischen oder sonstigen Vorgaben untereinander austauschen. Und darüber verständigen, welche Themen uns am Herz liegen – und wie wir diese Themen zurück in die Politik und vor allem auch an die breite Öffentlichkeit tragen. Das werden wir auch tun.

Aber warum engagiere ich mich in dem Gremium?

Meiner Meinung nach gibt es kaum ein wichtigeres gesellschaftliches und politisches Thema als die Digitalisierung und die Frage: Zu welchem Zweck treiben wir die Digitalisierung unserer Welt voran? Wer sich im Jahr 2018 mit Digitalisierung und Ethik beschäftigt, führt keine um sich selbst kreisenden Elfenbeinturmdebatten. Ganz im Gegenteil, hier geht es um ganz konkrete und handfeste Fragen. Eine davon hat Volker Bouffier besonders herausgestellt: „Was machen wir, wenn wir über den Digitalpakt reden, an den Schulen? Wie sollen unsere Kinder, wie sollen Grundschüler mit diesem Thema umgehen?“

Diese Frage liegt auch mir ganz besonders am Herzen. Gerade als Vertreter der Wirtschaft. Denn Digitalisierung, die digitale Wirtschaft und damit auch letztlich jegliche Innovation, alle neuen Gadgets und Lösungen sind nie Selbstzweck. Ihnen wohnt, bewusst oder unbewusst, immer ein höherer Zweck inne.

Wir müssen gar nicht das vielleicht etwas sperrige Wort Ethik verwenden, um zu verstehen, wie wichtig dieser höhere Zweck ist. Es reicht, wenn wir uns ganz einfach fragen, wozu wir Produkt X oder Lösung Y verwenden wollen.

Volker Bouffier hat darauf eine grundsätzliche Antwort gegeben: „Die Digitalisierung dient dem Menschen, nicht umgekehrt.“ Was das konkret bedeutet und wie die Wirtschaft ihrer Verantwortung gerecht werden kann, konnten wir an unserem ersten Tag noch nicht abschließend beantworten und, ohne unseren Digitalrat klein reden zu wollen: Wahrscheinlich wird uns das auch wir auch während unserer nächsten Treffen nicht gelingen. Endgültige und alle Stakeholder voll zufriedenstellende Lösungen wird es nicht geben.

Aber die generelle Richtung zu weisen, einen Leitfaden zu entwickeln und, wie es Volker Bouffier nennt, die Leitplanken zwischen Freiheit auf der einen Seite und Verantwortung auf der anderen Seite zu installieren, sollte uns schon gelingen.

Ich jedenfalls werde mein Bestes dafür geben – und ich bin überzeugt davon, meine Kolleginnen und Kollegen werden das auch!

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