Harald A. Summa + Künstliche Intelligenz

Was uns auf die Sprünge hilft, ist ein einfacher Trick

Wie wichtig ist künstliche Intelligenz (KI) für unsere Wirtschaft? Eine einfache Frage, auf die es keine einfache Antwort zu geben scheint. Das mag daran liegen, dass das Thema einerseits so komplex ist, so vielschichtig und visionär, dass nicht einmal Experten behaupten würden, es verstanden zu haben. 

Andererseits ist KI aber auch ein Thema, zu dem sich leicht eine Meinung vertreten lässt: Sei es die, dass sich für die Probleme, mit denen sich künstliche Intelligenzen beschäftigen, nur Brettspieler interessierten – oder die, dass der Mensch sich dringend nach einer Beschäftigung umsehen müsse, für die es auch nach Eintreten der Singularität noch Verwendung gebe. 

Es mag aber auch ganz einfach am Begriff liegen. „Künstliche Intelligenz“: Wer kann sich darunter schon etwas vorstellen? Und wer hat die Übersicht und die Fantasie, sich für den eigenen Arbeitsplatz eine Zusammenarbeit mit einer künstlichen Intelligenz auszumalen. Ich vermute: Viele können das nicht. 

Was der Fantasie vielleicht auf die Sprünge hilft, ist ein einfacher Trick: Sprechen wir statt vom Werkzeug lieber über das Ziel. Ersetzen wir den Begriff „Künstliche Intelligenz“ einfach durch Begriffe, mit denen wir alle sehr viel besser vertraut sind, weil sie seit Beginn der Industrialisierung Treiber von Innovation und Wettbewerb sind. Reden wir anstelle von KI darüber, Effizienz zu verbessern, Ausfallzeiten zu minimieren oder Liefer- und Wertschöpfungsketten präziser zu steuern. Reden wir über Automatisierung. 

Also über genau die Themen, die schon heute dank intelligenter, technischer Lösungen in jedem Unternehmen auf der Tagesordnung stehen, zumindest wenn es auch morgen noch am Markt bestehen will. Wie wichtig ist KI für die Wirtschaft? Wer so fragt, muss sich auf viele verschiedene Meinungen gefasst machen. Wer aber nach der Bedeutung von effizienten und reibungslosen Betriebsabläufen für die Wirtschaft fragt, wird übereinstimmend zu hören bekommen: „Die sind unabdingbar.“ 

Zumal seit einiger Zeit neue datenbasierte Geschäftsmodelle entstehen. Dabei wird das bisherige Produkt – ein Ventil, ein Messgerät, ein Auto oder gleich die ganze Fabrik – als Produzent eines neuen Rohstoffs gesehen: von Daten. Darin steckt wiederum neues Geld. 

Wer dieses datenbasierte Geschäft in Zukunft betreiben wird? Das ist noch nicht ausgemacht. Es gibt keine Garantie dafür, dass diejenigen, von denen die Hardware kommt, auch bei den Daten zum Zuge kommen. Ziemlich sicher ist hingegen: Wer den Wert dieser Daten nicht zu schätzen weiß oder nichts mit ihnen anzufangen versteht, lässt eine große Chance verstreichen. 

Und ganz sicher ist: Wer diese Chance nutzen will, kommt um die neuen Möglichkeiten der Planung, der Kontrolle, der Effizienzsteigerung, der Prozessoptimierung und -automatisierung, die unter dem Begriff KI laufen, nicht herum. KI ist daher nicht nur heute schon enorm wichtig für unsere Wirtschaft. Sie wird auch immer wichtiger. 

Analysen, Zahlen, Fakten, Expertenmeinungen und Anwendungsbeispiele liefert die Studie „Künstliche Intelligenz: Potenzial und nachhaltige Veränderung der Wirtschaft in Deutschland“, herausgegeben von eco e.V. in Kooperation mit Arthur D. Little und freundlicher Unterstützung der Vodafone Stiftung mit über 150 untersuchten Use Cases.

Foto © tampatra | istockphoto.com

Harald A. Summa + Homo Oeconomicus Digitalis
Homo Oeconomicus Digitalis, Teil II
27. Juli 2018
Harald A. Summa
Wofür ich mich global in der Telekommunikationsbranche einsetze
23. April 2019
Harald A. Summa + Schule
Warum ein Computer mehr ist als ein Spickzettel 4.0
12. September 2017